Kritik an Aussagen von IWH Wirtschaftsforscher

Gleichwertige Lebensverhältnisse statt regionaler Disparitäten!

06.03.2019 | Frankfurt am Main – „Die Herstellung sozialer Gerechtigkeit und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West ist ein zentrales politisches Anliegen der IG Metall“, so Wolfgang Lemb, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Voraussetzung dafür ist eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und gute Arbeit für die Menschen. Dass gilt für ostdeutsche Ballungsgebiete und den ländlichen Räumen gleicher maßen.

Damit wendet sich Lemb gegen die Vorschläge von Wirtschaftsforscher Reint Gropp, Leiter des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH), der am Montag gefordert hatte: "dass man sich auf Investitionen in großen Städten statt in den ländlichen Raum konzentrieren müsse" und dass das Bestehen auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland in die Irre geführt habe.
„Die Menschen in Ostdeutschland haben im Jahr 30 nach dem Fall der Mauer zu Recht Anspruch auf eine realistische Angleichungsperspektive“, so Lemb. „Im Jubiläumsjahr der friedlichen Revolution zu behaupten, ´das Bestehen auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland habe in die Irre geführt` sei nicht nur ein Schlag ins Gesicht ostdeutscher Bürgerinnen und Bürger, sondern auch unverantwortlich und mit Blick auf die Zustimmungswerte zu Rechtspopulisten fahrlässig.“
Lemb, verwies darauf, dass der industrielle Sektor Motor der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland ist und damit ein wichtiger Antrieb für die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands. Dieser in vielen Regionen Ostdeutschland noch immer fragile Motor müsse flächendeckend gepflegt und geschmiert werden.
Um der industriellen Entwicklung in Ostdeutschland bessere Perspektiven zu geben sind neue zukunftsorientierte Lösungskonzepte gefragt statt rückwärtsgewandter Politik.

Notwendig ist, die Attraktivität des Arbeitsstandortes Ostdeutschland flächendeckend zu steigern und damit Gerechtigkeit und gleiche Lebensperspektiven zu schaffen. „Das erfordert   Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine gezielte Industrie-, Wirtschafts- und Förderpolitik, mehr öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau der Tarifbindung.“, so Lemb. Eine stärkere Tarifbindung ist nach Ansicht von Lemb die wichtigste Voraussetzung für die überfällige Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen in West- und Ostdeutschland.